Interview mit Volker Knapp (Breitensportwart beim BWBV)

Interview mit Volker Knapp (Breitensportwart beim BWBV)

In unserem ersten „BADMInterview“ (Badminton Interview) haben wir dem Spieler, Trainer und Vereins-/Verbandsmitglied Volker Knapp aus Baden-Württemberg ein paar Fragen gestellt.

Volker KnappWer bist du und was machst du?

Ich heiße Volker Knapp und bin seit vielen Jahren Hobby-Badmintonspieler. Mein Verein ist die SpVgg Mönsheim e.V. in welcher ich seit Bestehen der Badmintonabteilung im Jahre 1996 – mit kleinen Unterbrechungen – Badminton spiele. Unsere Abteilung besteht nur aus Hobbyspieler/-innen im Jungend- und Erwachsenenbereich. Von 2008 – 2010 habe ich die Jugendabteilung in der SpVgg Mönsheim geleitet und von 2010 – 2015 die Erwachsenenabteilung. Diese Position habe ich in 2015 abgegeben, da ich mich seit 2012 als Referent für den Breitensport (Breitensportwart) beim Baden-Württembergischen Badmintonverband (BWBV) engagiert habe und diese Aufgabe immer mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Hierzu wurde von mir in einer Testphase 2013/2014 eine Hobbyliga eingeführt in welcher 46 Mannschaften in 10 Staffeln gespielt haben. Nachdem diese erfolgreich beendet wurde, konnte die Hobbyliga offiziell über den BWBV ins Leben gerufen werden. Diese spielt erstmalig mit 53 Mannschaften in 12 Staffeln in der Spielsaison 2014/2015 und hat über 750 Spieler/-innen aus dem Hobbybereich (ohne Spielpass). Die Spieler/-innen haben hieran einen großen Spaß, da der Spaß Faktor im Vordergrund steht – aber der sportliche Ehrgeiz trotzdem vorhanden ist auch gewinnen zu wollen. Die Nachfrage von neuen Vereinen/Mannschaften ist ungebrochen, weshalb wir in der Spielsaison 2015/2016 davon ausgehen das weitere neue Mannschaften teilnehmen werden.

Weitere Projekte werden folgen, weshalb die Abteilungsleitung bei der SpVgg Mönsheim in gute Hände abgegeben wurden um auch diese Tätigkeit erfolgreich fortzuführen.

Wie bist du zum Badminton gekommen?

Erste Berührungspunkte waren beim Schulsport, da bei meinem Verein noch kein Badminton angeboten wurde. Deshalb hatte ich als Jugendlicher auch Fußball und Tischtennis gespielt.

Beschreibe Badminton mit drei Worten.

Anspruchsvoll – Vielseitig – Schnell

..als Spieler

Wie sieht deine Aufwärmphase vor einem Spiel aus?

Früher richtig: 10minütiges Aufwärmprogramm, Gymnastik

Heute nicht optimal: 5-10 Min. Warmspielen

Welche sind deine Lieblingsturniere?

Hobbyturniere in Baden-Württemberg – Chairholder Cup (Schorndorf), Käsreiter Turnier (Sindelfingen), Buchele-Turnier (Mönsheim) und viele mehr …

Dein bisher größter Erfolg als Spieler?

Da ich schon länger auf Turnieren mitspiele – einige 1. Plätze bei Turnieren – aber vor allem der Spaß beim Spielen …

Welche Tipps kannst du anderen Spielern mit auf den Weg geben?

Nicht die Geduld verlieren, wenn es einmal nicht so klappt – man lernt bei jedem Spiel mit jedem Partner und Gegner dazu. Die Spielerfahrung und ein gutes Training führen zu einer stetigen Verbesserung.

..als Trainer

Was sind deine favorisierten Trainingsmethoden?

Grundlagen – dann Technik – darauf Taktik – zur Konditionsverbesserung Athletik und für Turnier und Mannschaftsspiele Mentaltraining.

Wie sieht dein Coaching während eines Spiels aus?

Fehler erkennen und Tipps zur Vermeidung oder Verbesserung geben. Mentaler Aufbau/Unterstützung wenn es einen „Durchhänger“ gibt oder zu hohe Fehlerquoten bestehen.

Dein bisher größter Erfolg als Trainer?

Jugendliche an den Sport heranführen und sehen wie diese erfolgreich Ihr Spiel verbessern.

Welche Tipps kannst du anderen Trainern mit auf den Weg geben?

Regelmäßigkeit beim Training, Geduld zeigen und auf den Spieler/-in eingehen.

..als Vereinsvorstand

Welche (außersportlichen) Aktivitäten organisiert ihr für eure Mitglieder?

Während meiner Zeit als Abteilungsleiter: Ferienprogramm wenn Sporthalle geschlossen war, Fahrradtouren, Maislabyrinth, Kegeln, Speedminton, Mini- und/oder Sportgolf und einiges mehr.

Jährlich wiederkehrend zur Spargelsaison gibt es ein Spargelessen, wozu alle Spieler/-innen mitkochen (Spargel und Kartoffel schälen usw.). Hier werden die Kosten für Essen und Getränke komplett aus der Abteilungskasse bezahlt. In der Winterzeit gibt es ein Kicker-Tischfussball-Turnier mit gemeinsamem Essen/Grillen.

Gibt es bei euch im Verein etwas, das besonders gut (oder gar nicht) funktioniert?

Durch die regelmäßigen Ausschusssitzung erfolgt die Abstimmung unter den verschiedenen Abteilungen im Verein sehr gut.

Mit einer eigenen Abteilungskasse ist die flexible Steuerung von Prioritäten (Ballzuschüsse, Trainerausbildung, Events usw.) selbst entscheidbar und besser wie in einigen anderen Vereinen, bei welchen die finanziellen Spielräume stark eingeschränkt sind.

Einzige Schwäche, durch das Fehlen eines Finanzvorstandes  – seit 2 Jahren – ist die Buchhaltung stark überlastet und mit der Bereitstellung von unterjährigen Zahlen öfters im Verzug. Dieses Problem ist aber auf immer weniger ehrenamtliche Helfer zurückzuführen, weshalb die verbleibenden Helfer immer stärker beansprucht werden.

Welche organisatorischen Hilfsmittel setzt ihr bei euch ein und wofür?

Verschiedene: Organigramme für die Vereinsstruktur/Ansprechpartner , Vereinsprogramme für die Buchhaltung, Mitgliederverwaltung und Turnierorganisation.

Außerdem wird das Internet/Homepage/Facebook/Doodle usw. immer stärker eingebunden, was früher weniger bis gar nicht der Fall war.

Welche Tipps kannst du anderen Vereinen mit auf den Weg geben?

Frühzeitig gute Strukturen schaffen, indem man z.B. für nahezu alle Positionen einen Stellvertreter einführt – welcher später die Nachfolge übernimmt und somit eine lückenlosen Übergang schafft.

Hierdurch erübrigt sich dann auch die Aussage von einigen Mitgliedern – „ich gehe lieber nicht auf die Hauptversammlung, sonst bekomme ich noch einen Posten aufgedrückt“. Dieses Thema ist dann nicht mehr spruchreif, da frühzeitig die neuen Strukturen schon vorgegeben sind und die Stellvertreter wissen, was auf sie einmal zukommen wird.

Was würdest du, im Zusammenhang mit der Sportart Badminton und allem was dazu gehört, ändern wollen?

Die Spieler/-innen stärker einzubinden um Wünsche und Änderungen bei einem mehrheitlichen Wunsch umsetzen zu können. Hierdurch wird eine größere Bindung zwischen der Sportart und den Spielern erreicht, welche meines Erachtens bei einigen Rahmenbedingungen zu starr praktiziert werden und deshalb einige Spieler/-innen abschrecken.

Dies ist natürlich immer schwieriger je mehr der Leistungssport in den Vordergrund gerückt wird, weshalb es immer zwei Seiten gibt die man beachten muss. Hierzu muss man einfach mehr aufeinander zugehen, was den Hobbybereich und Leistungssport betrifft.

Vielen Dank Volker für das BadmInterview und alles Gute für Dich, Deinen Verein und Deine Tätigkeit beim BWBV!

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