Deutschland muss sich geschlagen geben, Scott Evans (IRE) beeindruckt im Einzel

Deutschland muss sich geschlagen geben, Scott Evans (IRE) beeindruckt im Einzel

Es waren ein paar nervenaufreibende Tage im olympischen Badminton mit schmerzlichen Niederlagen und auch beeindruckenden Erfolgen. Jedoch kam es für die deutschen Spieler am Wochenende bedauerlicherweise zu einem schmerzlichen Aus.

Am Donnerstag besiegte Chinas Spitzenteam aus Zhang Nan und Zhao Yunlei Deutschlands Michael Fuchs und Birgit Michels, wenn auch nur knapp. Bundestrainer Holger Hasse war trotzdem mehr als zufrieden mit der Leistung der beiden Deutschen.

Michels schien während dem Spiel an Schmerzen in ihrem Bein zu leiden und begab sich gleich anschließend in Behandlung. Dennoch konnte sie das Spiel zu Ende bringen, ohne dass die Schmerzen für die Zuschauer offensichtlich waren.

Deutschland fieberte währenddessen nervös vor den Fernsehern mit den Spielern mit, das ZDF strahlte das Spiel in voller Länge aus.

Etwas, das die deutschen Sportler in Rio nicht missen müssen, ist die Unterstützung der Fans zu Hause. Ob vor dem Fernseher oder sogar vor Ort, die Fans stehen ihnen zur Seite. Und zeigen ihr Interesse an den Olympischen Spielen ebenso durch die Teilnahme an den Live-Wetten und durch Kauf von Merchandise-Artikeln.

Die Badminton-SpielerInnen haben sich gut geschlagen. Nur reichte es dieses Mal leider nicht für die Goldmedaille.

Dass das Team Zhang Nan und Zhao Yunlei mehr als herausragend ist, steht schon lange fest. Und das konnten sie auch am Donnerstag beweisen. Michael Fuchs/Birgit Michels unterlagen beim Ausgang von 2-0. Am Sonntagabend wiederholte das Duo aus China das Ergebnis von 2-0 im Spiel gegen Kenta Kazuno und Ayane Kurihara aus Japan im Viertelfinale. Zhang und Zhao schafften damit ihren Eintritt ins Halbfinale und haben ihn sich wohl verdient.

Auch für das andere deutsche Doppel ging der Traum von Rio am Wochenende leider zu Ende. Michael Fuchs und Johannes Schöttler verloren gegen das malaysische Team aus V Shem Goh und Wee Kiong Tan mit 14:21, 17:21 sowie gegen Fu Haifeng und Zhang Nan (China) mit 2-0 am Freitag.

Carla Nelte und Johanna Goliszewski unterlagen im Spiel gegen Tang Yuanting und Yu Yang (China) mit 10:21, 11:21.

Nun lagen die Hoffnungen der deutschen Fans nur noch auf Marc Zwiebler und Karin Schnaase im Einzel. Für Marc Zwiebler kam jedoch schon bald das Aus, als der Ire Scott Evans ihn am Freitag mit 2-1 besiegte. Zwiebler zeigte sich verständlicherweise enttäuscht, lobte jedoch das Spiel seines Konkurrenten.

Scott Evans spielt zur Zeit ausgezeichnet. Den Einzug ins Achtelfinale hatte er sich redlich verdient. Der 32-jährige Ire hatte nämlich ganz schön zu kämpfen, als der 19-jährige Brasilianer Ygor Coelho de Olivera versuchte, ihm das Leben schwer zu machen. Der talentierte junge Spieler zeigte, was in ihm steckte. Er gewann den 2. Satz mit 21:19 und brachte damit das Publikum zum Jubeln, das voll auf seiner Seite stand. Scott Evans, vom überschwänglichen Jubel leicht irritiert, konnte jedoch genug Konzentration aufbringen, um das Spiel wieder an sich zu reißen, was bei Buhrufen seitens des Publikums während seiner Aufschläge eine nicht unbeachtliche Leistung ist. Letztendlich verlor de Olivera mit 8:21, 21:19, 8:21 gegen Evans in 48 Minuten.

Am Sonntagnachmittag trat der junge de Olivera dann noch gegen Marc Zwiebler in der Gruppe K an. Zwiebler konnte ihn 2-0 besiegen. Leider lagen beide schon im Vorhinein zu weit zurück.

Scott Evans hatte sich jedoch bewährt und sich sein Vorankommen wohl verdient.

Für Karin Schnaase allerdings, die sich auch tapfer schlug, kam es am Sonntag zu einer Niederlage gegen die Chinesin Yihan Wang (2-0).

Somit sind die deutschen SpielerInnen ausgeschieden und ein großer Traum ist für viele geplatzt. Doch schließlich handelt es sich hier um die Olympischen Spiele – der härtesten Bewährprobe, der sich Sportler auf der internationalen Bühne überhaupt stellen können – und die deutschen Spieler haben sich gut geschlagen und ihr Bestes gegeben. Nur das zählt.

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